Kapitel 6

Trading-Strategien

Trading vs. Investieren

Trading sollte nicht mit Investieren verwechselt werden. Beide Vorgänge haben Gemeinsamkeiten, aber die Ziele unterscheiden sich. Investieren verfolgt das Ziel, durch mittel- bis langfristige Investitionen, ein Vermögen aufzubauen. Bitcoins zu kaufen und diese in einer Cold Wallet zu halten wäre hierfür ein Beispiel.

Trader kaufen und verkaufen regelmäßig um kurzfristige Profite zu machen und Markt- und Rentabilitätsziele zu übertreffen. Beim Trading ist es möglich, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse eines Vermögenswerts zu spekulieren. Sind Trader der Meinung, dass der Preis des Vermögenswerts steigt, kaufen sie und sie verkaufen, wenn sie annehmen, dass der Preis fällt.

Wie machen Trader Profite?

Die goldene Regel, wenn jemand eine "Long"-Strategie (steigende Kurse) verfolgt ist günstig kaufen und teuer verkaufen. Wenn erwartet wird, dass der Kurs sinkt, sollte somit auf eine "Short" -Strategie (sinkende Kurse) gesetzt werden. Es gibt verschiedene Finanzinstrumente welche benutzt werden, um auf steigende und sinken Kurse zu wetten.

Wenn Trader erwarten, dass eine Kryptowährung an Wert verliert, können sie z.B Futures und Optionen handeln. Sie leihen sich Kryptowährungen von einem Broker, verkaufen diese zum aktuellen Preis und schließen Verträge ab, um die selbe Menge in der Zukunft wieder günstiger zurück zu kaufen. Da auf sinkende Kurse zu wetten mit dem Risiko verbunden ist alles zu verlieren, eignen sich diese Instrumente nicht für Neulinge auf diesem Gebiet.

Beide Arten von Strategien können profitabel sein, es ist meist eine Frage des gewählten Zeithorizonts. Während langfristige "Long"-Strategien sehr profitabel sein können, können sich bei einem Crash innerhalb eines Tages "Short"-Positionen auszahlen. Der Markt besteht immer aus dem zusammentreffen von Bären und Bullen. Es gibt also auch Trader die auf sinkende Kurse wetten und Trader die auf steigende Kurse wetten.

Wichtige Metriken

Performance

Die Performance ist vielleicht die wichtigste Messgröße, da sie angibt, wie viel Geld beim Handel akkumuliert wurde. Grundsätzlich spiegelt sich die Performance einer Strategie in der prozentualen Veränderung des Trades wider. Wenn zum Beispiel Bitcoin ursprünglich für $5.000 gekauft und nun für $11.000 gehandelt wird, beträgt die Performance der Lang-Strategie heute 220%! Eine Aktualisierung der Strategie ist von entscheidender Bedeutung, denn wenn die Metrik deutlich sinkt, ist es möglicherweise an der Zeit die Strategie oder das gehandelte Asset zu überdenken.

Abbildung 22 52,12% war die bisherige Performance von Bitcoin am 25. August 2020

Die Performance kann auch bei der Entscheidung über den nächsten Kauf herangezogen werden. Wenn man sich die Performance einer Kryptowährung anschaut, bekommt man eine Vorstellung davon, was in der Zukunft passieren kann. Wenn Bitcoin im laufe des Jahres bereits eine Outperformance erzielt hat, wird dies möglicherweise auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 der Fall sein und umgekehrt. Dennoch kann sich der Markt über Nacht drastisch verändern. Es kann helfen, die Performance einer Kryptowährung, unter Berücksichtigung verschiedener Zeitperioden, zu vergleichen. Wenn man zum Beispiel die Performance von Bitcoin über mehrere Jahre anschaut, kann es den Anschein erwecken, dass der Kurs seit dem Allzeithoch 2017 nur noch gefallen ist, obwohl dieser monatliche Outperformances geliefert hat. Allein im Juli ist der Kurs um 22,40% gestiegen! Kürzere Zeiträume bieten kurzfristige Prognosen. Abhängig von den Zielen des Traders eignen sich eben kürzere oder längere Vergleiche. Es wird in jedem Fall empfohlen, die Performance unter Verwendung jährlicher, monatlicher, wöchentlicher und täglicher Zeitrahmen zu analysieren. Auf diese Weise kann man sich ein Bild davon machen, was in der Zukunft zu erwarten ist.

Volatilität

Gewinne von 22.40% innerhalb einer Woche hören sich fantastisch an. Wo liegt der Haken? Je höher der Gewinn, desto höher das Risiko. Volatilität ist einer der Schlüsselfaktoren um das Risiko eines Trades zu messen. Die Volatilität misst die Schwankungen eines Investments und gibt somit Rückschluss auf das Risiko. Mathematisch wird sie als Standardabweichung bezeichnet.

Abbildung 23 2020 hat die Volatilität ähnlich Niveaus erreicht wie zu Spitzenzeiten in 2017.

Es werden die Wertschwankungen einer Kryptowährung betrachtet und gemessen, wie weit sie sich vom Durchschnittswert entfernen. Je größer die Schwankungen sind, desto volatiler ist ein Asset.

Eine hohe Volatilität deutet auf große Kursausschläge hin. Niedrige Volatilität steht für stabile Kursbewegungen. Je mehr Volatilität, desto schwieriger ist es daher, die zukünftige Entwicklung einer Kryptowährung "vorherzusagen".

Kryptowährungen sind bekannt für ihre hohe Volatilität. Sie ziehen Investoren an, weil mit dem hohen Risiko ein Potenzial für höhere Erträge einher geht. Es ist am besten, die Volatilität verschiedener Krypta-Währungen zu vergleichen, um den endgültigen Trade zu bestimmen. Für diejenigen, die risikoscheu sind, eignen sich Kryptowährungen, die weniger volatil sind. Derzeit weist Bitcoin eine vergleichsweise niedrige Volatilität auf .

Auch hier hängt alles von den Handelszielen und -präferenzen ab. In Zeiten der Ungewissheit ist es am besten, Krypto mit niedriger Volatilität zu handeln, mit dem Nachteil, mögliche Gewinne zu verpassen .

Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung muss berücksichtigt werden, wenn man seine Trading-Strategie auswählt. Sie repräsentiert den aktuellen Wert einer Kryptowährung und wird berechnet, indem man alle sich im Umlauf befindenden Coins mit dem aktuellen Preis multipliziert.

Normalerweise werden Assets in drei verschiedene Kapitaliserungsklassen eingeteilt: large-cap, mid-cap und small-cap. Es ist am sichersten Kryptowährungen mit einer hohen Marktkapitalisierung zu handeln, da diese unter den Marktteilnehmer am bekanntesten sind und über genügend Liquidität vorhanden ist. Bitcoin hat momentan die größte Marktkapitalisierung von allen Coins : $202.758.189 .131 (Stand 18.09.2020).

Eine Analyse der Marktkapitalisierung ist nur dann nützlich, wenn man Angebot und Preis getrennt betrachtet. Interessante Coins sind solche, die ein durchschnittliches Angebot, aber einen hohen Preis haben, der zu einer großen Marktkapitalisierung führt. Bei der Suche nach einer geeigneten Kryptowährung für den nächsten Trade, ist es am besten, diese Werte zu verfolgen. Eine stetig steigende Marktkapitalisierung ist stets ein Indikator für einen Kursanstieg.

Faustregeln

Wie für fast alles auf dieser Welt braucht es auch hier Zeit und Übung, um erfolgreich zu werden. Als Neueinsteiger macht es Sinn, sich ein paar Faustregeln zu verinnerlichen, statt alle bekannten Fehler nochmals selbst zu machen.

Investiere nur Kapital, auf das du verzichten kannst.

Es spielt keine Rolle wie vielversprechend ein Trade aussehen mag. Kryptowährungen sind extrem volatil und bringen teilweise Kurssteigerungen von mehreren hundert Prozent innerhalb weniger Tage mit sich. In nur wenigen Minuten kann jedoch alles vorbei sein. Ein Anfängerfehler ist mehr Geld einzusetzen als man effektiv verlieren kann. Geduld ist der Schlüssel zu erfolgreichem Trading. Am besten fängt man mit wenig Kapital an und probiert so seine Position auszubauen anstatt neue Ersparnisse einzusetzen.

Ein guter Weg um seine Position auszubauen, ist das Dollar Cost Averaging. Diese einfache Strategie besteht daraus in regelmässigen Abständen zu investieren, anstatt alles auf einmal zu kaufen. So können die Auswirkungen der Volatilität reduziert werden. So könnten zum Beispiel jede Woche Bitcoins im Wert von $100 gekauft werden. Das eine Mal bekommt man mehr, das andere Mal weniger Bitcoins als Gegenwert. Die

Dollar-Cost-Averaging-Strategie mindert natürlich das Risiko nicht vollständig. Die Idee ist nur, den Markt Einstiegspreis zu glätten, sodass das Risiko eines schlechten Timings minimiert wird. DCA ist absolut keine Garantie für eine erfolgreiche Investition.

Ein weit verbreiteter Fehler ist es, mit Margin Trading zu starten. Das bedeutet, mit von einer Börse geliehenem Geld zu handeln. Wenn sich der Markt aufwärts bewegt kann alles gut gehen und hohe Profite sind keine Seltenheit. Allerdings kann es ganz schön teuer werden, wenn der Kurs plötzlich fällt - hier können sogar Schulden entstehen. Deshalb lieber mit wenig Risiko anfangen und schauen wohin die Reise führt.

Risikobewertung

Ein Trade verspricht einen Gewinn - aber ist er das Risiko wert? Die Risikobewertung befasst sich mit dieser Frage, indem sie die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes im Vergleich zur erwarteten Rendite des Trades bestimmt. Wenn das Risiko höher ist als der erwartete Ertrag des Handels, lohnt es sich möglicherweise nicht. Es gibt verschiedene Ansätze zur Risikobewertung. Man kann die Volatilität verwenden, um das Risiko eines Investments zu bestimmen. Andere lassen qualitative Risiken in ihre Bewertung mit einfließen. Es wird dringend empfohlen, sich bei der Risikobewertung so viel Zeit wie nötig zu nehmen und quantitative und qualitative Bewertungen vorzunehmen.

Beginnen Sie mit der Analyse der Volatilität des Assets . Ist sie im Vergleich zu ihrer historischen Entwicklung hoch? Wie sieht es mit ähnlichen Kryptowährungen aus? Ist Bitcoin volatiler als Ethereum? Wenn ja, warum ist das so und möchte man das zusätzliche Risiko in Kauf nehmen?

Es wird empfohlen, einige Infos zu aktuellen Geschehnissen einzuholen, die Bitcoin zu diesem Zeitpunkt beeinflussen könnten, wie z.B.: geopolitische Risi ken, makroökonomische Indikatoren, Betrügereien im Zusammenhang mit Bitcoin, usw. Qualitative Kriterien bieten aufgrund ihrer Subjektivität einen größeren Interpretationsspielraum, wenn es darum geht, Schlussfolgerungen zu ziehen .

Der beste Trade ist derjenige mit dem geringsten Risiko und dem höchsten Ertrag, also ein niedriges Risiko/Ertrags-Verhältnis. Hier kann es nützlich sein, verschiedene Risiko/Ertrags-Verhältnisse zwischen den Handelsoptionen zu vergleichen.

  1. Objektivität

Neue Marktteilnehmer verfallen leicht der Euphorie, wenn sie das erste Mal die Performance ihrer Krypto-Assets sehen und anstatt einen Trade zu schließen und Profite mitzunehmen werden noch höhere Gewinne abgewartet. Emotionen außen vorlassen und Objektivität zu bewahren ist der Schlüssel zum Erfo lg. Nicht der Gier zu verfallen und den richtigen Zeitpunkt zu finden, um einen Trade zu schließen scheint auf den ersten Blick leicht, jedoch braucht dies Disziplin und Prinzipien in einem volatilen Markt.

Am besten funktioniert es, wenn man sich selbst Kursziele setzt und wenn diese erreicht werden, die Gewinne mitnimmt - ohne wenn und aber. Auf diese Weise kann man das Risiko von unüberlegten Entscheidungen eindämmen .

  1. Buying the Dip

Kursverluste sind bei langfristigem Anlegen üblich. Eine Währung die jeden Tag Gewinne erzielt, könnte überkauft sein und könnte (kurzfristig) abstürzen . Daher ist die bereits besprochene Dollar-Cast-Average Strategie eine sinnvolle Methode kleine Preisrückgänge oder -einbrüche abzufede rn. Günstig einzukaufen ist der Schlüssel zur Rentabilität. Es kann riskant sein, Bitcoin im laufe des Tages um +5% oder +10% zu kaufen, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Preis kurzfristig wieder fallen wird, da Daytrader diese Gewinne mitnehmen und verkaufen. Nach einer Kursrallye ist es am besten, auf den Einbruch zu warten um Bitcoin zurückzukaufen .

  1. Benchmark festlegen

Eine Benchmark ist ein Standard, der verwendet wird, um die Leistung eines Trades oder Portfolios zu messen. Die Festlegung eines Vergleichsmaßstabs ist der beste Weg, sich ein Bild von der Gesamtperformance des Marktes zu machen. Wenn man es so betrachtet, kann es sein, dass das eigene Portfolio um 5% rückläufig ist und man trotzdem noch besser dasteht als die Mehrheit der Marktteilnehmer, wenn z.B eine Benchmark wie Bitcoin um -10% gesunken ist.

Es ist wichtig, angemessene Vergleichswerte festzulegen, da der Vergleich verschiedener Assets zu falschen Schlussfolgerungen führen kann. Es kann helfen, den eigenen Trade oder das Portfolio mit der Kryptowährung zu vergleichen, die man übertreffen möchte. Wenn sich der Handel auf Bitcoin und Ethereum beschränkt, ist es vielleicht am besten, die Leistung des ersteren mit der des letzteren zu vergleichen. Nehmen wir zum Beispiel an, dass die Handelsstrategie darin besteht, Bitcoin und Ethereum zu kaufen. Wenn Die Strategie eine Rendite von 5 % abwirft, während Bitcoin um 10 % steigt und Ethereum lediglich um 3 % zulegen kann, dann ist es möglicherweise besser, die Strategie zu überdenken und ausschließlich Bitcoin zu handeln.

  1. Research

In der Welt der Kryptowährungen entstehen immer wieder unglaubliche Hypes um gewisse Projekte. Auf Social Media wird dann oftmals versucht Neulinge für irgendwelche Strategien oder Käufe zu begeistern. Auch wenn einige davon möglicherweise Gewinn abwerfen, ist es höchst fragwürdig sein Geld in irgendwelche Projekte zu stecken, bevor man weiß worum es sich dabei handelt. Ähnlich wie wenn man ein Auto online kaufen würde, ohne es vorher anzuschauen.

Ein paar Möglichkeiten um sich über die Geschehnisse rund um Kryptowährungen zu informieren sind:

Jede dieser Quellen veröffentlicht ähnliche Informationen, jedoch liegt der Fokus bei den einen mehr auf den Neuigkeiten rund um Krypta-Projekte, bei den anderen eher auf der Marktperformance. Sich zu informieren ist die einzige Möglichkeit um echte, (meistens) verlässliche Quellen zu finden, um sich ein besseres Bild einer potenziellen Investition zu machen.

Grundsätze der Chart-Interpretation

Eine Analyse ist entscheidend zur Bestimmung der optimalen Trading-Strategie. Neulinge werden davon abgeschreckt, tiefgründige Analysen durchzuführen, da Zahlen langweilig und schwer verständlich sein können. Es wird jedoch empfohlen, einige numerische Analysen durchzuführen, wobei der Schwerpunkt auf die visuellen Darstellung gelegt werden sollte.

Diagramme sind die beste Visualisierung für den Handel und zur Überprüfung von Preisniveaus, Volatilität und Trends. Es gibt drei grundlegende Diagramme, die jeder Krypto-Trader kennen muss: Candlestick Charts, Linien­ und Flächendiagramme. Der beste Typ hängt vom jeweiligen Handelsstil ab. Nichtsdestotrotz kann die eine Darstellung bei der Suche nach Besonderheiten nützlicher sein als das andere.

Candlestick Charts (Kerzendiagramm)

Candlestick Charts sind die wahrscheinlich nützlichste Art von Diagramm, da sie die meisten Informationen bereitstellen. Sie bestehen aus grünen und roten Kerzen, wobei grüne Kerzen Kursgewinne anzeigen und rote Kerzen Kursverluste repräsentieren. Durch den Kerzenkörper kann der Eröffnungs- und Schlusskurs der jeweiligen Periode ermittelt werden. Wenn die Kerze grün ist, lag der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs. Wenn der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs liegt, ist die Kerze dementsprechend rot. Hier können also wichtige Preisniveaus abgelesen werden.

Abbildung 24 Eine Kursgewinn gefolgt von einem Kursverlust wird als "Bearish" bezeichnet, während eine rote Kerze (Kursverlust) gefolgt von einer grünen Kerze (Kursgewinn) als "Bullish" bezeichnet wird.

Candlestick Charts visualisieren jedoch nicht nur Nachfrage und Angebot aber auch die aktuelle Marktstimmung durch die Größe der jeweiligen Kerze. Eine große grüne Kerze bedeutet einen größeren Kursanstieg. Kerzen, die zu einem niedrigen Kurs eröffnen und zu einem höheren Kurs schließen, sind eine alltägliche Erscheinung. Auch ist es nicht ungewöhnlich für diese Kerzen, sehr lange zu sein. liegen diese beiden Umstände gleichzeitig und über längere Zeit vor, zeigt dies einen Trend an. Um Trends zu erkennen, kann es hilfreich sein, solche Muster zu beobachten.

Une Charts (Liniendiagramm)

Das Liniendiagramm ist wahrscheinlich die einfachste Darstellung des Kursverlaufes . Leider können wir daraus nur sehr wenige Informationen entnehmen . Sie stellen jeweils die Schlusskurse dar und es ist schwierig kurzfristige Preisänderungen (innerhalb eines Tages) zu beobachten.

Die Einfachheit der Liniendiagramme bietet jedoch eine Möglichkeit um einen ersten Eindruck zu kriegen, wo der Markt steht. Neulinge können mit der Vielzahl an Analysen und Zahlen überfordert sein. Viele Informationen, die in einem Chart zusammengepfercht sind, können verwirrend und entmutigend sein. Die Schlussfolgerungen können jedoch nach der Menge der analysierten Informationen variieren, deshalb sollten auch weitere Analysen in Betracht gezogen werden.

Area Charts (Flächendiagramm)

Flächendiagramme sind ähnlich wie Liniendiagramme. Beide zeigen die jeweiligen Schlusskurse an, wobei das Flächendiagramm die x- und die y-Achse jeweils mit einer Schattierung verbindet. Flächendiagramme sind praktisch beim Vergleich der Performance zwischen verschiedenen Kryptowährungen.

Abbildung 26 Ein Area Chart erlaubt es die Performance verschiedener Assets zu vergleichen.

Es wird immer empfohlen, verschiedene Charts zur Analyse heranzuziehen. Der eine kann für gewisse Metriken besser geeignet sein als der andere. Eine zu komplexe Darstellung mit vielen Signalen und Preisinformationen ist jedoch in den meisten Fällen nicht sehr hilfreich.

Supertrend

Ein Trend beschreibt, einfach ausgedrückt, eine Entwicklung der Kerzen oder Linien, die essenzielle Kurspunkte in einem Chart verbinden. Diese Analyse gibt Aufschluss über die Richtung des betreffenden Vermögenswertes. Wenn der Trend von Bitcoin nach oben gerichtet ist (Aufwärtstrend), bedeutet dies, dass ein Preisanstieg erwartet wird. Wenn der Trend andererseits nach unten zeigt ist ( Abwärtstrend), wird erwartet, dass Bitcoin weiter fällt.

Abbildung 27 Ein Supertrend zeigt längerfristige Entwicklungen, wobei sich kürzere Trends für kurzfristige Entscheidungen eignen.

Bei der Analyse eines Charts können Krypta-Händler über verschiedene Trends und Indikatoren stolpern. Der Supertrend ist derjenige Indikator, der alle kleineren oder kürzeren Trends beinhaltet. Zum Beispiel kann sich Bitcoin langfristig in einem starken Aufwärtstrend befinden, und es können gleichzeitig kurzfristige Abwärtstrends eintreten -eine Gelegenheit, um neue Coins nachzukaufen. Der Supertrend ist gut, um einen ersten Eindruck zu kriegen wohin sich der Markt entwickelt. Er ist in der Regel sehr offensichtlich, weil er wichtige Preisniveaus verbindet, die dem Betrachter ins Auge fallen.

Volume
Abbildung 28 Das Volumen eignet sich als zweite Variable um einen Performance-Trend zu bestätigen.

Das Trading-Volumen ist ein weiter wichtiger Indikator, da es als Bestätigung für Trends im Markt dienen kann. Das Volumen beschreibt die gehandelte Menge eines Assets über eine bestimmte Zeitspanne. Das Volumen ist ein wichtiger Indikator für die Marktaktivität und Liquidität, weshalb es oft mit Preisinformationen veröffentlicht wird. Es hilft, die Stärke von Preisbewegungen zu bestimmen. Wenn eine Kursbewegung von einer proportionalen Erhöhung des Volumens begleitet wird, wird diese als wichtiger eingestuft als ohne. Wie der Kurs wird auch das Handelsvolumen mit Kerzen dargestellt.

Das Volumen ist ein sehr wichtiger Indikator, da hohe Niveaus eine Einigung über das aktuelle Preisniveau zwischen den Marktteilnehmern darstellen. Achten Sie bei der Analyse des Supertrends auf hohe Volumen an den Verbindungspunkten, die dem Supertrend unterliegen. Hohe Volumen-Niveaus bestätigen neue Höchst- und Tiefststände. Wenn ein neues Hoch, durch einen grüne Kerze dargestellt, zusammen mit einem großen grünen Volumenbalken erscheint, bedeutet dies, dass sich die Krypta-Händler über den aktuellen Preis einig sind. Auf der anderen Seite wird ein Tief bestätigt, wenn ein großer roter Volumenbalken erscheint und eine rote Kerze folgt.

Einstiegs- und Ausstiegspunkte

Eine gute Möglichkeit, Risiken zu minimieren und objektiv zu bleiben, ist die Festlegung von Ein- und Ausstiegspunkten. Wie der Supertrend werden Ein- und Ausstiegspunkte durch die Verbindung von Preisniveaus geschaffen, die einen Trading-Kanal darstellen. Ein Trading-Kanal wird durch ein Widerstands- und Unterstützungsniveau bestimmt. Diese Ebenen sind wichtig, weil der Preis, wenn er sich ihnen nähert, entweder umkehrt oder seinen Verlauf fortsetzt. Daher stellen sich solche Niveaus als Gelegenheiten zum Ein- und Ausstieg dar.

Abbildung 29 Support und Resistance Niveaus können mögliche Preisänderungen anzeigen.

Wie man im Chart sieht, gibt es verschiedene Punkte, an denen der Kurs nicht mehr weiter steigt oder fällt. Die roten Linien sind die Widerstandslinien (Resistance), die grünen Linien sind die Unterstützungslinien (Support). An diesen Stellen hatte es der Kurs also schwer, weiter zu steigen oder zu fallen. Aber was sagt dies nun aus? Ganz einfach - man zieht die jeweiligen Linien durch und wenn der Kurs später wieder in den Bereich einer solchen Linie kommen sollte, kann man davon ausgehen, dass sich der Kursverlauf wieder drehen wird.

Natürlich passiert das nicht immer, aber es ist eine erste Hilfe. Je öfter eine solche Linie bestätigt wurde, desto stärker fällt sie ins Gewicht. Wird ein solcher Widerstand oder eine Unterstützung deutlich über- oder unterschritten, dann ist es ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass der Kurs seinen Verlauf weiter fortsetzt und nicht dreht. Natürlich ist auch dies kein hundertprozentiger Indikator für den Kursverlauf, aber es ist ein weiterer Anhaltspunkt.

Denke daran, dass Trading viel Zeit beansprucht, um profitabel zu sein und nur die wenigsten Day-Trader langfristig erfolgreich sind. Echtzeit Trading-Simulatoren sind eine großartige Möglichkeit, mit dem Trading zu starten, ohne Ersparnisse zu riskieren.